Die richtige Vorbereitung für Ihre Traumreise: Medizinische Grundausstattung für tropische Destinationen
Eine Reise in den Indischen Ozean verspricht türkisfarbenes Wasser, endlose Sandstrände und tropische Entspannung. Doch zwischen 28 und 35 Grad Celsius, bei einem UV-Index von 10 bis 12 und mit tagaktiven Dengue-Mücken stellt die Region auch besondere Anforderungen an Ihre Gesundheitsvorsorge. 30 bis 50 Prozent aller Reisenden in tropischen Regionen erleiden in den ersten fünf Tagen eine Durchfallerkrankung – eine Zahl, die deutlich macht, wie wichtig eine gut durchdachte Reiseapotheke ist.
Die Besonderheit: Was in Deutschland in der Apotheke 12 bis 18 Euro kostet, kann auf den Malediven oder Seychellen schnell 25 bis 45 Euro erreichen. Verschreibungspflichtige Medikamente benötigen eine englischsprachige ärztliche Bescheinigung, und nicht jedes Präparat ist vor Ort überhaupt erhältlich. Besonders Elektrolytlösungen sind auf vielen Inseln Mangelware.
Dieser Artikel bietet Ihnen:
- Eine präzise Checkliste für Ihre Reiseapotheke, angepasst an die spezifischen Bedingungen im Indischen Ozean
- Konkrete Preisvergleiche und Empfehlungen, welche Medikamente Sie bereits in Deutschland besorgen sollten
- Praktische Tipps zur Lagerung von Medikamenten bei tropischen Temperaturen
- Spezifische Hinweise für Taucher, Safari-Reisende und Langzeiturlauber
Grundausstattung und Lagerung: Was die tropische Hitze mit Ihren Medikamenten macht
Die permanenten Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad Celsius im Indischen Ozean stellen Ihre Reiseapotheke vor besondere Herausforderungen. Viele Medikamente verlieren bei anhaltender Hitze ihre Wirksamkeit schneller als das aufgedruckte Verfallsdatum vermuten lässt. Besonders Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sind davon betroffen – ein Grund mehr, sie in ausreichender Menge von zu Hause mitzubringen.
Transportieren Sie alle Medikamente in ihren Originalverpackungen inklusive Beipackzettel. Dies erleichtert nicht nur Zollkontrollen auf Mauritius, den Seychellen und Malediven, sondern gibt Ihnen auch Sicherheit bei der korrekten Dosierung. Für Insulin und andere biologische Präparate ist die Einhaltung der Kühlkette entscheidend – verwenden Sie hier spezielle Kühltaschen mit Kühlakkus.
WICHTIG
Packen Sie die doppelte Menge Ihrer Dauermedikation ein und verteilen Sie diese auf Handgepäck und aufgegebenes Gepäck. Bei verlorenen Koffern oder verlängertem Aufenthalt sind Sie so auf der sicheren Seite. Wasserfeste Beutel schützen vor der hohen Luftfeuchtigkeit in tropischen Regionen.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt außerdem, eine Liste aller mitgeführten Medikamente mit Wirkstoffen in englischer Sprache zu führen. Dies beschleunigt im Notfall die Kommunikation mit Ärzten vor Ort und verhindert gefährliche Wechselwirkungen.
Mindestmenge für zweiwöchige Reisen
Für eine zweiwöchige Reise sollten Sie mindestens 20 Tabletten jedes Schmerzmittels einpacken. Das klingt nach viel, doch Kopfschmerzen durch Klimaumstellung, Muskelverspannungen nach langen Tauchgängen oder leichte Erkältungen durch Klimaanlagen sind keine Seltenheit. Migräne-Patienten sollten ihre Triptane sogar in dreifacher Menge mitführen, da diese Medikamente auf den meisten Inseln nicht erhältlich sind.
Sonnenschutz und Hautpflege: Warum Sie Ihre Sonnencreme besser in Deutschland kaufen
Der UV-Index im Indischen Ozean erreicht regelmäßig Werte zwischen 10 und 12 – eine Kategorie, die als „extrem“ eingestuft wird. Ohne ausreichenden Sonnenschutz kommt es bereits nach 10 bis 15 Minuten zu Hautschäden. Hochwertige Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ kostet in Deutschland zwischen 12 und 18 Euro, während Sie auf den Malediven oder Seychellen 25 bis 45 Euro für vergleichbare Produkte zahlen – sofern sie überhaupt verfügbar sind.
Planen Sie mindestens 400 Milliliter Sonnencreme pro Person pro Woche ein. Diese Menge erscheint hoch, entspricht aber der tatsächlich benötigten Dosis, wenn Sie sich nach jedem Schwimmen erneut eincremen und auch im Schatten nicht auf Sonnenschutz verzichten. Auf den Malediven und Seychellen sind zudem riffsichere Produkte teilweise vorgeschrieben, um die empfindlichen Korallenriffe zu schützen.
Riffsichere Sonnencreme ist nicht nur Umweltschutz, sondern in manchen Resorts auf den Malediven und Seychellen mittlerweile Pflicht.
Die richtige Anwendung im tropischen Klima
Spray-Sonnencremes erweisen sich bei Wind als ineffektiv, da ein Großteil des Produkts verweht wird, bevor es die Haut erreicht. Cremes oder Lotionen bieten besseren Schutz. Tragen Sie Sonnenschutz immer 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auf, damit die Wirkstoffe in die Haut einziehen können.
Nach-Sonnen-Pflege ist bei der intensiven tropischen Sonne unverzichtbar. Aloe-Vera-Gel kühlt und beruhigt die Haut und sollte in ausreichender Menge in Ihrer Reiseapotheke nicht fehlen. Auch hier gilt: In Deutschland gekauft sparen Sie bis zu 60 Prozent im Vergleich zu Resort-Preisen.
Magen-Darm-Beschwerden: Die unterschätzte Gefahr der Reisediarrhö
Zwischen 30 und 50 Prozent aller Reisenden in tropischen Destinationen erleiden in den ersten fünf Tagen eine Durchfallerkrankung. Die Ursachen reichen von ungewohnten Gewürzen über Bakterien im Leitungswasser bis zu exotischen Meeresfrüchten. Elektrolytlösungen sind das wichtigste Mittel gegen den gefährlichen Flüssigkeitsverlust – doch genau diese sind auf vielen Inseln im Indischen Ozean entweder nicht erhältlich oder kosten ein Vielfaches des deutschen Preises.
Nehmen Sie Elektrolytlösungen in Pulverform mit, sie sind leicht, platzsparend und bei Bedarf schnell angerührt. Pro Person sollten Sie mindestens zehn Portionen einpacken. Das CRM Reisemedizin empfiehlt, bei Durchfall zunächst die Elektrolyte einzunehmen und erst dann zu Loperamid zu greifen, das zwar den Durchfall stoppt, aber nicht die Ursache behandelt.
GUT ZU WISSEN
Loperamid darf nicht bei Fieber über 38,5 Grad Celsius eingenommen werden, da es bei bakteriellen Infektionen die Erkrankung verschlimmern kann. Bei blutigen Durchfällen oder Fieber sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Die meisten Luxusresorts verfügen über eigene medizinische Zentren oder Ärzte auf Abruf.
Probiotika und Prävention
Probiotika können das Risiko einer Reisediarrhö um bis zu 30 Prozent senken, wenn Sie bereits eine Woche vor Reiseantritt mit der Einnahme beginnen. Kombiniert mit strikter Händehygiene und dem Verzicht auf Leitungswasser – auch zum Zähneputzen – minimieren Sie das Risiko erheblich.
Insektenschutz und Malariaprophylaxe: Tagaktive Gefahren und regionale Unterschiede
Dengue-Fieber wird von tagaktiven Mücken übertragen – ein wichtiger Unterschied zu Malaria, die nur von nachtaktiven Anopheles-Mücken übertragen wird. Im Indischen Ozean besteht Malaria-Risiko ausschließlich auf Sansibar, Madagaskar und den Komoren. Für Reisen auf die Malediven, Seychellen oder Mauritius ist keine Malariaprophylaxe erforderlich, doch Dengue-Schutz bleibt das ganze Jahr über wichtig.
DEET-haltige Repellents mit mindestens 30 Prozent Wirkstoffkonzentration bieten den besten Schutz gegen tropische Stechmücken. Tragen Sie das Repellent immer nach der Sonnencreme auf, nicht umgekehrt – sonst wird die Wirkung beider Produkte beeinträchtigt. Kleidung können Sie zusätzlich mit Permethrin behandeln, das auch nach mehrmaligem Waschen wirksam bleibt.
Natürliche Repellents auf Basis von Citronella oder Eukalyptus bieten nur begrenzten Schutz von maximal zwei Stunden und sind für tropische Regionen nicht ausreichend. Die Ersparnis lohnt sich nicht angesichts des Risikos, an Dengue-Fieber zu erkranken, das mit hohem Fieber, starken Gelenk- und Kopfschmerzen einhergeht und mehrere Wochen dauern kann.
Bei Dengue-Fieber ist Paracetamol das Schmerzmittel der Wahl – Ibuprofen kann die Blutungsneigung gefährlich erhöhen.
Moskitonetze und mechanischer Schutz
Hochwertige Luxusresorts wie das Milaidhoo Island auf den Malediven verfügen standardmäßig über klimatisierte Räume und engmaschige Moskitonetze. Wenn Sie jedoch eine Safari auf Sansibar planen oder auf Madagaskar unterwegs sind, sollten Sie ein eigenes imprägniertes Moskitonetz mitbringen.
Verletzungen durch Meerestiere: Erste Hilfe bei Korallen, Seeigeln und Quallen
Zwischen 15 und 20 Prozent aller Reisenden im Indischen Ozean erleiden allergische Reaktionen auf Korallen oder Insektenstiche. Feuerkorallen verursachen bei Hautkontakt brennende Schmerzen und Rötungen, Seeigel hinterlassen schmerzhafte Stacheln, die sich entzünden können. Antihistaminika in Gel-Form gehören daher in jede Reiseapotheke und sollten sofort nach Kontakt aufgetragen werden.
Quallenstiche sind auf den Malediven saisonal zu erwarten, besonders während des Südwest-Monsuns zwischen Mai und Oktober. Essig neutralisiert die Nesselzellen und sollte großzügig auf die betroffene Stelle gegossen werden. Behandeln Sie Quallenstiche niemals mit Süßwasser – dies aktiviert noch nicht ausgelöste Nesselzellen und verschlimmert die Schmerzen erheblich.
INSIDER-TIPP
Packen Sie eine kleine Flasche Haushaltsessig in Ihre Strandtasche. Bei Quallenstichen ist er die beste Erste-Hilfe-Maßnahme. Auch bei Seeigel-Stacheln hilft Essig: Er weicht das Kalziumkarbonat der Stacheln auf und erleichtert das Entfernen. Pinzetten mit feiner Spitze gehören ebenfalls ins Reisegepäck.
Wasserschuhe und Vorsichtsmaßnahmen
Wasserschuhe mit fester Sohle schützen vor Seeigeln, scharfkantigen Korallen und Steinfischen. Sie mögen nicht elegant aussehen, ersparen Ihnen aber schmerzhafte Verletzungen, die den Urlaub nachhaltig beeinträchtigen können. In flachen Lagunen sollten Sie niemals barfuß laufen, auch wenn das Wasser kristallklar erscheint.
Schmerzmittel und Fiebermittel: Die richtige Wahl bei tropischen Erkrankungen
Paracetamol ist bei Verdacht auf Dengue-Fieber das Schmerzmittel der Wahl, während Ibuprofen bei dieser Erkrankung strikt vermieden werden sollte. Ibuprofen erhöht die Blutungsneigung, die bei Dengue ohnehin schon problematisch ist. Packen Sie daher beide Wirkstoffe ein: Paracetamol für fieberhafte Infekte und Ibuprofen für Entzündungen und Schmerzen, bei denen Dengue ausgeschlossen ist.
Mindestens 20 Tabletten pro Schmerzmittel sollten für eine zweiwöchige Reise ausreichen. Wenn Sie zu Migräne neigen, bringen Sie Ihre Triptane in doppelter Menge mit. Diese spezifischen Migräne-Medikamente sind auf den meisten Inseln im Indischen Ozean nicht erhältlich, und ein Migräne-Anfall kann Ihre Urlaubsplanung komplett über den Haufen werfen.
Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass auch harmlose Erkältungen im tropischen Klima häufiger auftreten als gedacht. Klimaanlagen in Flugzeugen, Hotelzimmern und Restaurants sind oft zu kalt eingestellt und führen zu Erkältungssymptomen. Abschwellende Nasensprays sind daher nicht nur für Taucher wichtig.
Spezielle Anforderungen für Taucher: Druckausgleich und Seekrankheit
Abschwellende Nasensprays sind für Taucher unverzichtbar, sollten aber nicht länger als drei aufeinanderfolgende Tage verwendet werden. Der Gewöhnungseffekt setzt schnell ein, und bei längerer Anwendung kommt es zu einem Rebound-Effekt mit verstärkter Schwellung. Nehmen Sie für längere Tauchsafaris zusätzlich Meerwasser-Nasenspray mit, das Sie bedenkenlos über längere Zeiträume anwenden können.
Seekrankheit betrifft auch erfahrene Taucher, besonders bei Bootsfahrten zu weiter entfernten Tauchspots. Medikamente gegen Reiseübelkeit sollten mindestens eine Stunde vor der Bootsfahrt eingenommen werden. Viele Präparate machen müde – planen Sie dies bei Tauchgängen ein und informieren Sie Ihren Tauchguide.
Notfallplanung und Druckkammern
Recherchieren Sie vor Ihrer Reise die Standorte der nächstgelegenen Druckkammern. Auf den Malediven befinden sich Druckkammern in Malé und in einigen größeren Resorts, auf den Seychellen in Victoria. Bei Verdacht auf Dekompressionskrankheit zählt jede Minute – notieren Sie die Notfallnummern in Ihrem Telefon.
Das Gold Zanzibar Beach House & Spa auf Sansibar arbeitet mit erfahrenen Tauchbasen zusammen, die über Notfallausrüstung und Sauerstoff verfügen. Für anspruchsvolle Tauchsafaris ist diese Infrastruktur entscheidend.
Dokumente und ärztliche Bescheinigungen: Rechtliche Anforderungen bei der Einreise
Verschreibungspflichtige Medikamente benötigen bei der Einreise nach Mauritius, Seychellen und auf die Malediven eine englischsprachige ärztliche Bescheinigung. Dieses Attest sollte den Wirkstoffnamen, die Dosierung und die medizinische Notwendigkeit bestätigen. Bitten Sie Ihren Hausarzt rechtzeitig vor der Reise um dieses Dokument – viele Praxen benötigen mehrere Tage Vorlaufzeit.
Ihr Impfpass sollte alle empfohlenen Impfungen enthalten und griffbereit im Handgepäck verstaut sein. Für Reisen nach Tansania oder auf die Komoren kann bei Einreise aus bestimmten Ländern eine Gelbfieber-Impfung vorgeschrieben sein. Informieren Sie sich mindestens acht Wochen vor Reiseantritt über die aktuellen Anforderungen, da manche Impfungen mehrere Dosen oder Zeit zur Wirksamkeit benötigen.
KOSTENRECHNUNG
Eine reisemedizinische Beratung kostet zwischen 25 und 60 Euro und wird von den meisten Krankenkassen nicht erstattet. Die Investition lohnt sich dennoch, da Sie individuelle Empfehlungen für Ihr Reiseziel und Ihre geplanten Aktivitäten erhalten. Impfungen werden teilweise von den Kassen übernommen – fragen Sie vorher nach.
Auslandskrankenversicherung und Notfallnummern
Eine Auslandskrankenversicherung ist für Reisen in den Indischen Ozean unverzichtbar. Speichern Sie die Notfallnummer Ihrer Versicherung im Telefon und führen Sie die Versicherungspolice in Papierform mit. Bei medizinischen Notfällen in abgelegenen Resorts kann ein Helikoptertransport nach Malé oder Victoria notwendig werden – Kosten, die schnell fünfstellige Beträge erreichen.
Empfohlene Unterkünfte mit ausgezeichneter medizinischer Infrastruktur
Die Wahl des richtigen Resorts spielt auch für Ihre medizinische Sicherheit eine Rolle. Das Milaidhoo Island auf den Malediven verfügt über ein eigenes medizinisches Zentrum mit ausgebildetem Personal und kann bei Bedarf innerhalb von 30 Minuten einen Arzt per Wasserflugzeug einfliegen. Die Investition in ein Resort dieser Kategorie zahlt sich besonders bei längeren Aufenthalten aus, wenn die medizinische Grundversorgung vor Ort gewährleistet sein sollte.
Für Safari-Reisende in Tansania bietet das Gold Zanzibar Beach House & Spa nicht nur erstklassige Tierbeobachtungen, sondern auch Zugang zu reisemedizinischer Beratung speziell für Malaria-Risikogebiete. Die Lodge arbeitet mit erfahrenen Guides zusammen, die in Erster Hilfe geschult sind und die Standorte der nächsten medizinischen Einrichtungen kennen.
Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung sorgenfrei genießen
Eine sorgfältig zusammengestellte Reiseapotheke ist Ihre Versicherung gegen die häufigsten gesundheitlichen Probleme im tropischen Paradies. Die drei wichtigsten Erkenntnisse: Erstens, kaufen Sie Sonnenschutz, Elektrolytlösungen und gängige Medikamente bereits in Deutschland – Sie sparen bis zu 60 Prozent und haben die Gewissheit, riffsichere Produkte mit deutschem Qualitätsstandard dabei zu haben. Zweitens, unterschätzen Sie nicht die Auswirkungen tropischer Hitze auf Ihre Medikamente und sorgen Sie für kühle, trockene Lagerung. Drittens, bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist eine englischsprachige ärztliche Bescheinigung nicht optional, sondern bei der Einreise zwingend erforderlich.
Die Investition von 100 bis 150 Euro in eine umfassende Reiseapotheke erscheint zunächst hoch, schützt Sie aber vor unangenehmen Überraschungen und deutlich höheren Kosten vor Ort. Wenn 30 bis 50 Prozent aller Tropenurlauber in den ersten Tagen an Durchfall leiden, wird klar, dass Elektrolytlösungen keine Luxusausstattung, sondern medizinische Notwendigkeit sind. Gleiches gilt für riffsichere Sonnencreme bei UV-Indizes von 10 bis 12 und DEET-haltige Repellents gegen tagaktive Dengue-Mücken.
Ihre Traumreise in den Indischen Ozean verdient die bestmögliche Vorbereitung. Mit der richtigen Reiseapotheke, angepasst an Ihr spezifisches Reiseziel und Ihre geplanten Aktivitäten, schaffen Sie die Grundlage für unbeschwerte Urlaubstage zwischen türkisfarbenem Wasser und weißen Sandstränden. Ob romantische Flitterwochen, Tauchsafari oder Inselhopping – mit dieser medizinischen Grundausstattung sind Sie für alle Eventualitäten gerüstet und können sich auf das konzentrieren, wofür Sie gekommen sind: das Paradies zu genießen.
Häufig gestellte Fragen
Wissenswertes kurz und kompakt
Flüssige Medikamente wie Augentropfen oder Hustensaft dürfen im Handgepäck in Behältern bis 100 Milliliter mitgeführt werden, sollten aber im durchsichtigen Flüssigkeitenbeutel verstaut sein. Verschreibungspflichtige Medikamente sind von der Mengenbeschränkung ausgenommen, wenn Sie ein ärztliches Attest vorlegen können. Spritzen für Diabetiker sind ebenfalls erlaubt, benötigen aber eine entsprechende medizinische Bescheinigung. Packen Sie alle wichtigen Medikamente ins Handgepäck, da aufgegebenes Gepäck verloren gehen kann.
Nein, auf den Malediven besteht kein Malaria-Risiko. Die Inseln sind malariafrei, sodass Sie keine Prophylaxe benötigen. Anders verhält es sich bei Reisen nach Sansibar, Madagaskar oder auf die Komoren – dort wird eine Malariaprophylaxe dringend empfohlen. Dengue-Fieber ist allerdings auf allen Inseln im Indischen Ozean ein Thema, weshalb konsequenter Mückenschutz auch auf den Malediven unverzichtbar ist. Tagaktive Mücken übertragen Dengue, dagegen gibt es keine Prophylaxe, nur Schutz durch Repellents und lange Kleidung.
Bewahren Sie Medikamente in klimatisierten Räumen auf, nicht in der Strandtasche oder im Auto. Viele Hotels bieten Kühlschränke auf den Zimmern – nutzen Sie diese für hitzeempfindliche Präparate, aber achten Sie darauf, dass Medikamente nicht einfrieren. Insulin und biologische Präparate gehören in spezielle Kühltaschen mit Kühlakkus, die die Temperatur konstant zwischen 2 und 8 Grad Celsius halten. Transportieren Sie Medikamente im Flugzeug im Handgepäck, da im Frachtraum Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschen können. Prüfen Sie regelmäßig, ob sich Farbe, Konsistenz oder Geruch verändert haben.
Riffsichere Sonnencremes verzichten auf die Inhaltsstoffe Oxybenzon und Octinoxat, die nachweislich Korallen schädigen. Produkte mit mineralischen UV-Filtern auf Basis von Zinkoxid oder Titandioxid sind eine gute Wahl. In Deutschland finden Sie riffsichere Sonnencreme in Reformhäusern, Bio-Läden und gut sortierten Drogeriemärkten für 15 bis 25 Euro. Auf den Malediven und Seychellen kostet dieselbe Sonnencreme oft das Doppelte. Achten Sie auf die Kennzeichnung „reef-safe“ oder „ocean-friendly“ und kaufen Sie ausreichend Vorrat für Ihre gesamte Reise ein.
Kohletabletten binden Giftstoffe im Darm und sind bei leichtem Durchfall eine gute erste Maßnahme ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Loperamid stoppt den Durchfall effektiver, behandelt aber nicht die Ursache und sollte nicht bei Fieber über 38,5 Grad oder blutigem Durchfall eingenommen werden. Am wichtigsten sind Elektrolytlösungen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Die richtige Reihenfolge: Erst Elektrolyte trinken, dann bei Bedarf Kohletabletten, und nur wenn Sie längere Transfers oder Ausflüge vor sich haben, zu Loperamid greifen. Bei anhaltenden Beschwerden über 24 Stunden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Nein, natürliche Repellents auf Basis von Citronella, Eukalyptus oder Teebaumöl bieten nur einen Schutzeffekt von maximal zwei Stunden und sind gegen tropische Mückenarten deutlich weniger wirksam als DEET-haltige Produkte. Für kurze Aufenthalte im Freien oder auf dem Hotelgelände können sie eine Alternative sein, für Wanderungen, Safaris oder Aufenthalte in der Dämmerung sind sie unzureichend. DEET mit mindestens 30 Prozent Wirkstoffkonzentration bietet zuverlässigen Schutz für sechs bis acht Stunden. Schwangere und Kleinkinder sollten auf Picaridin ausweichen, das ähnlich wirksam, aber hautverträglicher ist.
Spülen Sie die betroffene Stelle sofort mit Essig ab, nicht mit Süßwasser oder Alkohol. Essig neutralisiert die Nesselzellen und verhindert, dass weitere Giftstoffe freigesetzt werden. Entfernen Sie sichtbare Tentakelreste vorsichtig mit einer Pinzette oder einem Handtuch, nie mit bloßen Händen. Kühlen Sie die Stelle anschließend mit Eis, aber nicht direkt auf der Haut. Antihistaminika-Gel lindert den Juckreiz, bei starken Schmerzen hilft Paracetamol. Suchen Sie bei Atemnot, Schwindel oder großflächigen Verletzungen sofort medizinische Hilfe auf. Manche Quallenarten wie die Würfelqualle können lebensbedrohlich sein – im Zweifelsfall immer einen Arzt konsultieren.
Für die direkte Einreise aus Europa sind für die Seychellen keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Empfohlen werden die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Hepatitis A. Bei Langzeitaufenthalten über vier Wochen oder engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung empfiehlt sich zusätzlich Hepatitis B und Typhus. Eine Gelbfieber-Impfung ist nur erforderlich, wenn Sie aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen oder dort einen Zwischenstopp hatten. Besprechen Sie Ihren Impfstatus mindestens acht Wochen vor Abreise mit einem Reisemediziner, da manche Impfungen mehrere Dosen oder Zeit zur vollen Wirksamkeit benötigen.
Eine Basis-Reiseapotheke für zwei Personen und zwei Wochen kostet in Deutschland zwischen 80 und 120 Euro, wenn Sie alle Produkte neu kaufen. Darin enthalten sind Sonnencreme, Insektenschutz, Schmerzmittel, Durchfallmedikamente, Elektrolytlösungen, Antihistaminika und Verbandsmaterial. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Malariaprophylaxe kommen extra hinzu. Taucher sollten zusätzlich 20 bis 30 Euro für spezielle Nasensprays und Ohrentropfen einplanen. Kaufen Sie alles in Deutschland – vor Ort zahlen Sie oft das Doppelte bis Dreifache, und viele Produkte sind auf kleineren Inseln gar nicht erhältlich.



